Angst vor Kurven oder Schräglagen-Training. Du hast die Wahl

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Falls dies dein erster Besuch auf meinem Blog ist, lies bitte unbedingt zuerst hier weiter. Damit du weißt, wer ich überhaupt bin und warum dieser Blog entstand. Falls dir mein Blog gefällt und du weiter liest, dann beachte bitte diese Seite.

„Nur weniges lässt mich alle meine Sinne so unmittelbar empfinden wie das Motorradfahren.
Es ist etwas so, wie nackt in einem Fluss zu schwimmen.“
(Dipl.-Ing. Dr. Klaus Woltron, Manager)

Diesem Zitat kann ich nur zustimmen. Und du?
Schon als Teenager war ich begeistert vom motorisierten Fahren. Mit 14 Jahren hatte ich mein erstes Mofa. Ich fuhr ohne jegliche Angst durch sämtliche Ecken unserer Gegend. Gemeinsam mit den Jungs. Andere Mädchen durften das nicht. Gott, ich liebe meine Eltern heute noch dafür, dass sie mir das erlaubten. 🙂 Nun, wie es denn so kommt, habe ich geheiratet und drei Kinder bekommen. Damit endete auch meine „Karriere“ als Bikerin. (Vorerst ;-)) Mit 36 flammte diese „alte Liebe“ wieder auf. Da ich keinen Motorradführerschein hatte, musste ich erst noch mal zur Fahrschule. „Was? In deinem Alter!“. Das war die Reaktion darauf, als ich mein Vorhaben der Familie preisgab. Du bist doch viel zu alt dafür. Quatsch 😈
Du bist nie zu alt, um dir deinen Traum zu erfüllen. Tut es bevor es zu spät ist!!!

Also besuchte ich die Fahrschule und machte den 1er. So hieß er damals noch. Mein Traum war es, wie früher als junges Mädchen, um die Kurven zu fegen. Das hat auch alles super geklappt. Ich fuhr ca. 11 Jahre durch die Welt. – Na ja, eigentlich nur bis Italien. Aber ist doch auch schon was, oder? Doch dann kam alles anders. Ich musste einige Jahre „pausieren“.
Als ich dann, mit über 50, wieder aufs Motorrad stieg, war alles anders. Plötzlich fuhr die Angst mit. 😥

Für den Blogeintrag 2Als Motorradfahrerin weiß ich, dass sich ein Motorradunfall nicht mit 100%iger Sicherheit ausschließen lässt und auch, dass nicht alle Unfälle gleich tödlich enden. Dieses Wissen macht die Sache nicht einfacher. 🙄 Fakt ist, dass ich nicht mehr die Unbefangenheit habe wie früher. Doch was tun? Kopf in den Sand und das Motorrad verkaufen? NIEMALS! Du bist nie zu alt, deine Angst zu überwinden.
Und auch nicht, dir einzugestehen, dass du Hilfe benötigst. Die bekommst du auch. Es gibt unzählige Anbieter für Fahrsicherheitstraining. Insbesondere auch Fahrschulen. Du kannst dort jederzeit Fahrstunden nehmen. Und nein, niemand lacht dich aus, weil du älter bist. Im Gegenteil. Du beweist Klasse und Charakterstärke, wenn du erkennst, dass du nie zu alt bist Hilfe anzunehmen.

Doch zuvor habe ich gute Bücher gelesen, welche ich dir empfehlen möchte. Hier findest du ebenfalls weitere gute Bücher und Zubehör.

Hier ist auch ein sehr guter Link, mit tollen Tipps für sicheres MotorradfahrenSchau dir alle Infos und Tricks an. Die sind echt klasse! Unter anderem werden Themen angesprochen, welche mein Herz höher schlagen lassen.

Hier ein paar Tipps, die ich im ADAC gelesen habe.
Trainiere die spezielle Blickführung für Kurvenfahrt
Überwinde die Angst vor der Schräglage.
Lass Dich von Nichts und Niemanden zu Dingen provozieren. Jeder ist für sich und sein Tun verantwortlich!
Wenn du in den Zustand des „Flow“ kommst, vergesse nicht alles. Schalte dein Gehirn nicht aus 😯
Wenn die Kurve eng wird: Halte aus!
Nutze die Trickkiste der Physik! Lese Bücher über die Fahrphysik des Motorrades
Übe abseits des öffentlichen Verkehrs

Mache ein Motorrad-Sicherheitstraining – Schau unten das Video!!

Nun, da alles Lesen nicht weiterhilft, suchte ich professionelle Hilfe. Ich absolvierte als erstes ein Fahrsicherheitstraining für allgemeine Straßenfahrten. Danach fühle ich mich zwar sicherer, aber sobald ich eine Kurve  😯 sah, wurde mir schlecht. Lach net. Die Angelegenheit ist äußerst erst zu nehmen. Du glaubst plötzlich, dass alle Straßen nur noch aus Kurven bestehen. :mrgreen: Motorrad fahren, und speziell „Kurven kratzen“,  soll Spaß machen. Was aber, wenn dir die Angst in jeder Kurve im Nacken sitzt? Richtig!  Alle Straßen gerade biegen! 😛  Geht nicht? Geht doch! Wie? Ganz einfach. Mach es so wie ich.

Du bist nie zu alt, um an einem Schräglagentraining teilzunehmen.

Am Anfang machte ich mir fast in die Hose. Das Motorrad (gehört dem Anbieter) war viel zu hoch. Ständig hatte ich das Gefühl die Maschine fällt um. Er meinte, ganz lässig: „Legt sie auf die linke Seite – sobald du anfährst, passt´s wieder“. Mein Herzschlag drohte auszusetzen. Echt kein Witz. Es dauerte wahrlich eine gefühlte Ewigkeit bis die Maschine das erste Mal den 45° Winkel erreicht hat.
Ja, richtig gelesen 45°. Soweit ist es möglich – bestimmt bei Profis noch mehr – ohne das man stürzt.
Ich kann dir eines mit Gewissheit sagen. Es ist ein absolut geiles Gefühl, wenn das Auslegerrad zum ersten Mal auf den Boden tippt. 😛 – Hat ja auch lange genug gedauert, oder? Ich fuhr später auch noch mal in die andere Richtung. Da ging es bereits schneller. Als ich nach dem Training nach Hause fuhr, nahm ich die Autobahnausfahrt „mit links“ ;-). Ich werde dieses Training sicher noch einmal machen. Schon alleine deshalb, weil es irre Spaß macht.
Bei Interesse verrate ich dir, wo ich mein Training absolviert habe. Nutze doch einfach das Kontaktfeld.

Wie du den Bildern entnehmen kannst, bin ich nicht sehr groß. Dennoch möchte ich keinen Chopper fahren. Da sehe ich ja noch kleiner aus ;-). Lies auf dieser Seite weiter. Hier fährst du, welches Motorrad ich fahre und noch einiges mehr. Falls du eine kleine Frau (oder ein Mann) bist, wird dich das sicherlich interessieren.

Motorradtuning & Zubehör

9 Kommentare

  1. Hallo
    Ich hatte heute meine 6 Motorrad Stunde. ( Kawasaki er 6 ,tiefer gelegtem Sitz ) Normal nichts besonderes, aber ich gehöre zu der ü 50 Gruppe.
    Genauer gesagt bin ich 54 und 1.57 cm Gross..lächel.
    Genau wie viele andere wollte ich immer den Führerschein machen . Aber irgendwie hatte ich es verdrängt. Nur wenn ich im Sommer die Gruppen von Motorrad Fahrern hörte ,fuhr ein teil meines Herzens mit. letztes Jahr ,wurde meine verlangen nach dem Motorrad fahren wieder entflammt. Bin den ganzen Sommer als Sozia auf einer Susuki Haya busa mit gefahren und da war es wieder das Gefühl . Ich will selber fahren. Gut ich fahre seid 30 j. 50ccm Roller . Aber das ist ja nicht zu vergleichen.
    Was immer du tun willst, fange es an .
    Liebe Grüsse Corinna

    • Hallo Corinna,

      danke für den tollen Kommentar. Ich kann dir nur beipflichten. Du bist wirklich nie zu alt, um deine Träume zu erfüllen.
      Ich finde es großartig, dass du mit 54 Jahren den Motorradführerschein machst. Das gibt meinen Leserinnen sicherlich die Kraft und den Mut ebenfalls – mit was auch immer – anzufangen. Ich werde mich dieses Jahr wieder für das Schräglagentraining anmelden. Wir machen im September eine Moseltour. Und ich habe die Ehre, die komplette Route zu planen. Und so ein Training gibt immer wieder neue Sicherheit. Ich werde ja dieses Jahr 55 Jahre. Da ist es mit der Konzentration nicht mehr so flott bestellt wie einst. Aber mit der Sicherheit eines Training, kann man das doch wieder wett machen.
      Lass mich wissen, wenn du deine Prüfung bestanden hast.
      Bis dahin – schrott- und bullenfreie Fahrt 🙂
      Andeva

  2. Hallo Andeva,
    ein echt toller Beitrag 🙂 Genauso empfinde ich im Moment auch, wenn ich beim Fahren eine Kurve schon sehe 🙁 vorallem wenn diese ziemlich spitz ausläuft!) steigt Panik in mir hoch. Früher war das Rasen in der Kurve echt kein Problem, aber mit zu nehmenden Alter (ich bin 51 Jahre alt) kommt tatsächlich auch die Angst. Dagegen möchte ich nun etwas tun. Bin gerade auf der Suche nach einer Fahrschule, speziell mit Schwerpunkt „Schräglagentraining“, da es mir genauso geht wie es Dir mal mit der Schräge ging 🙂 Ich habe 2004 den Motorrad Führerschein gemacht und bin auch ein paar Jahre auf einer Yamaha Fazer 600 gefahren. In den letzten Jahren leider nicht mehr. Nun hat mein Mann sich wieder ein Motorrad gekauft, mit der ich auch alleine fahren könnte, da diese auch für kleinere Fahrerinnen (ich bin 164 cm und mit den Daytonastiefel sogar etwas größer 🙂 ) geeignet ist und zwar von BMW die RnineT. Nun möchte ich erst einmal zum Trainieren ein paar Fahrstunden nehmen und vorallem das Schräglagentraining machen. Mittelfristig möchte ich mir dann auch ein eigenes Motorrad kaufen. Da ist Dein Tip nicht schlecht. Die schaue ich mir mal an. Wichtig ist, dass ich im Sitzen das Motorrad auch nach hinten wegschieben kann! Daher ist dringend fester Bodenkontakt Bedingung. Das nächsteTraining in unserer Nähe (ich wohne in Viernheim) wäre in Leonberg. War Dein Training in meiner Nähe?
    Petra

  3. Hallo Andeva,
    vielen Dank für den tollen Tip. Werde mich anmelden und freue mich Dich kennen zu lernen.
    Petra

  4. Hallöchen

    Kurze info, da ich in den Niederlanden wohne muss ich auch hier den Mopet Führerschein machen.Hier sind die Anforderungen grösser als in Deutschland.
    Theorie – bestanden
    Erste Praktisches Examen (Motorrad Beheerschung-besondere Manöver ) bestanden
    Zweites Praktisches Examen —hoffe ich nch vor Weihnachten machen zu können. Liegt am Wetter.

    Hand zum Grusse

  5. Halli Hallo
    Echt lustig, wenn es nicht so ernst wäre…bin 48 und 1,62 groß. Habe für den Motorradführerschein fast ein ganzes Jahr gebraucht. Von Februar bis November 2016…
    Privat geübt und meine Erna (ER 6N) an die Leitplanke versenkt, Knie kaputt…dann kurz vor der Prüfung im Juli 2016, bei einem Motorradausflug in Gruppe, den Tod zweier Freunde live miterlebt. Die Frau mein großes Vorbild, sie fuhr beinahe 30 Jahren Motorrad..und starb vor unseren Augen am Straßenrand…

    Da verfiel ich in Depression und Mut und Motivation verschwanden.
    Mein Mann und ich wollten alles verkaufen, Motorräder, Ausrüstung, Klammoten.
    Meine Erna war weg, Lederkombi weg, Stiefel weg….alles verkauft ….und dann fing diese klitzekleine Flamme wieder an zu brennen. Im November!!!
    Also, wieder in der Fahrschule angemeldet, Führerschein wieder beantragt und Fahrstunden bezahlt.
    2 Tage x 6 Fahrstunden durchgehend gefahren, das war mörderisch!
    Nach einer Woche, am 10.November 2016 habe ich die Prüfung (bei +4°C und Regen) bestanden. JAAA!!!! Ich habe es gewollt, getan und gewonnen!!!!
    Angst hatte ich immer noch….

    Am 3. Januar 2017 habe ich meine kleine Stella bekommen, eine nigel-nagel neue Suzuki SV 650 mit ABS in Blau. Auf 75cm tiefergelegt, Daytona Ladystar an ….so lässt sich Motorrad fahren ☺
    Nach nur einer Saison, bin ich stolze 12.000km gefahren und mit jeden gefahrenen Kilometer habe ich mehr und mehr gelernt. Mich mehr getraut.

    Kurven….dazu habe ich fast 10.000km gebraucht, um mich FAHREN zu trauen und nicht mehr „schleichen“. Und die „Blickführung“….hat ewig gedauert…immer diese Angst im Nacken und die schnellen Blicke links-rechts-und vor dem Moped….nur nicht hin wo ich schauen sollte….

    Mein Mann, der sein ganzes Leben „Moped“ fährt, hatte eine Engelsgeduld mit mir und das hat sich gelohnt. Monatelang, hat er mir vor jede Kurve (durch die Sprechanlage) gesagt „zweiter Gang…Blickführung nicht vergessen…schön bremsen, dritter Gang….Kopf hoch….usw.

    Nur brauche ich für die nächste Saison etwas „stärkeres“, die kleine Stella ist mir zu schwach. Als Favoriten habe ich eine BMW R1200 R auf der Liste oder eine Suzuki GSX S 1000….beide lassen sich wunderbar tieferlegen und sind nicht zu schwer.

    Ich wünsche uns, allen tapferen kleine und große Frauen, eine „ALLZEIT GUTE FAHRT“ und bin stolz auf uns….JA, wir tun es, wir können es und wir lieben es!

    Liebe Grüße
    Dana

    • Hallo Dana,

      Hut ab.

      Nach so einem Erlebnis, hätte nicht jede/r den Mut gehabt, wieder aufs Moped zu steigen.

      Danke für diesen großartigen „Mutmach“-Beitrag.

      Ich wünsche dir, und auch deinem Mann, weiterhin schrott- und bullenfrei Fahrt

      Andeva

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