ADHS und Angststörung – Angst davor, ich selbst zu sein

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Wer andern gar zu wenig traut, hat Angst an allen Ecken;
wer gar zu viel auf andre baut, erwacht mit Schrecken…..
Gedicht von Wilhelm Busch

Angst davor, ich selbst zu sein. Hört sich im ersten Moment schon komisch an, oder?

Aber mittlerweile ist es gar nicht mehr lustig. Wie ich euch ja bereits erzählt habe, hatte ich das Gefühl dass ich von einer Kollegin gemobbt werde. Dieses Gefühl hat sich verstärkt (für mich steht es eigentlich fest – aber man muss ja aufpassen, was man wie (und wem) sagt). Ansonsten ist man plötzlich Diejenige welche!
Aber wie beweisen, wenn es doch nur ein Gefühl ist. Du weißt ja, dass ich ADHS habe. Nein, dann liest doch mal diesen Artikel.

Im beruflichen Bereich, ist genau das passiert, was vielen ADHS`ler immer wieder passiert. Ich wurde (eigentlich) gefeuert. „Eigentlich“ nur deshalb, weil ich das große Glück habe, in einem riesigen Unternehmen zu arbeiten. Mit einer hervorragenden  Personalrätin und einer sehr guten Gleichstellungsbeauftragte. Nun, nichtsdestotrotz wurde ich – aus meinem Team – geworfen. Na ja, anders kann und will ich es nicht nennen. Ich habe zwar selbst um Versetzung geben, aber anders hätte ich es ja nicht ausgehalten. Aber du bist nie zu alt, etwas zu ändern. Auch wenn es wie bei mir einige Jahre dauert.

Angst vor Ablehnung – wie damit umgehen?

Die Angst vor Ablehnung kann so groß sein, dass manche Menschen alles tun, um sie zu vermeiden: ja, sie geben sogar ihre ganze Selbstachtung auf.  Ich hatte mich, Jahre lang verbogen. Nur um anderen zu Gefallen. Nein, um nicht mehr aufzufallen.

Nachdem ich versetzt wurde, und das ist nunmehr 1,5 Jahre her, hat sich vieles für mich geändert. Ich gehe jetzt sehr offen mit den Themen ADHS und Mobbing um. Wer hinter meinem Rücken über mich lästert, weil ich – seiner/ihrer Meinung nach – anders bin, nur zu. Lass es mich bloß nicht erfahren :mrgreen:
Wer glaubt, Probleme mit mir zu haben, wird sofort darauf angesprochen. Soll er/sie mir doch bitte erklären, wo SEIN/IHR Problem ist. Nicht ich bin ein Problem, sondern die Anderen haben eines. Mit sich selbst, weil sie andere nicht so akzeptieren wie sie sind. Mittlerweile wehre ich mich gegen jede Form von dummen Gequatsche. Wenn notwendig auch im Beisein der/des Vorgesetzen. Und wenn´s gar nicht anders geht – ab zum Personalrat.

Seit ich bei einer Studie für ADHS im Erwachsenalter mitgemacht habe, konnte ich einiges über mein Verhalten erfahren. Und auch ändern. Ich stehe jetzt zu meiner Erkrankung. Mit erhobenen Kopf. Und ich gehe in die Offensive.

Je offensiver man sich der Situation stellt, desto weniger Platz lässt man den feigen, hinterhältigen Kreaturen. Die, welche sich hinter anderen Kollegen verstecken, weil sie allein zu viel Angst hätten. Stark, sind die nur in der Mittagspause. Mit anderen Schwätzern zusammen. Anstatt sich um sich selbst zu kümmern, „fallen“ sie über vermeintlich Schwäche her.

Armselig, wirklich armselig. Schämt euch

Trau dich, anders zu sein.
Du bist nie zu alt , die zu sein, die du eben bist.

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2 Kommentare

  1. Liebe Andeva,
    hast Du Dich nie gefragt, ob Du Dich vielleicht selbst aus dem Team gemobbt hast? Du hast es sicher nicht leicht mit Deinem ADHS. Aber die anderen haben es auch nicht leicht mit Dir. Meiner eigenen Erfahrung nach überschreiten ADHS`ler aufgrund ihres verminderten Einfühlungsvermögens oft die Grenzen anderer, so dass diese sich selbst schützen müssen. Vielleicht war das, was Du als Mobbing empfindest, nur Selbstschutz der anderen. Mein Rat: Kämpfe nicht gegen die anderen, sondern übernimm` Verantwortung für die Probleme, die Du anderen durch Deine Art und Weise bereitest. Frage sie, wo Du Ihnen zu nahe getreten bist und was sie verletzt hat. Ein schamanisches Sprichwort empfiehlt: Gehe hundert Schritte in den Schuhen eines anderen, wenn Du ihn verstehen willst“ Suchen wir nicht alle Verständnis und Anerkennung?
    Ich wünsche Dir in diesem Sinne ein gelingendes Miteinander
    Eine Leidensgefährtin

    • Hallo Gerlinde,

      danke für deinen Kommentar.
      Du hast damit auch vollkommen recht.
      Dein Sprichwort: Gehe hundert Schritte in den Schuhen eines anderen, wenn Du ihn verstehen willst“, habe ich meinen Kollegen und Vorgesetzten zum Nachdenken gegeben.
      Und nein, es lag nicht daran, dass ich Grenzen überschritten habe, sondern, dass eine einzige Kollegin mich aus dem Team haben wollte.
      Ich habe Verantwortung für mich übernommen. Und ich habe die Mobberin geoutet. Ich war nicht ihr einziges „Opfer“.

      Ich wurde versetzt. Und bin noch genauso wie immer.
      Und siehe da. In diesem Team ist kein Neider. Niemand der mich wieder los haben will. Im Gegenteil.
      Wenn du meine Seite weiterverfolgt hast, siehst du, dass ich nicht gemobbt wurde, weil ich grass und böse drauf bin.
      Sondern, weil ich unheimlich viel leiste. Und genau darin lag das Problem. Neid, auf den Erfolg anderen.

      Solange du nicht in meinen Schuhen gegangen bist, kannst du dir kein Bild von mir machen.

      Deine Einstellung zur Sache Mobbing ist leider genau die, die uns Gemobbten (und ADHS`ler) an die Wand drängen.
      Wir, die Gemoppten, sind immer selbst schuld. Egal ob mit oder ohne ADHS — Logo!!

      Und weil so viele, so denken wie du, töten sich viele selbst, die so sind wie ich. Weil wir keinen Ausweg mehr finden.
      Niemand der uns glaubt. Sondern uns – siehe deinen Kommentar – auch noch beschuldigen, selbst das Opferlamm zu spielen.
      Du hörst dich fast an wie mein damaliger Vorgesetzter. Der später eingestehen muss, dass ich recht hatte. Und mir nichts einbildete.

      Die Klinken sind voll von Menschen (auch ohne ADHS), die an Mobbern zerbrechen.
      Starke Menschen, die irgendwann einfach nicht mehr ein- und aus wissen.
      Die liebenswert sind. Die eigentlich niemanden etwas tun.
      Doch — einer einzigen Person –. Ihren Mobbern.

      Wenn du wirklich eine „Leidens“gefährtin wärst, würdest du mich nicht als Schuldige anprangern.
      Aber wer weiß, vielleicht ratest du irgendwann in die Fänge eines Mobbers.
      Viel Spaß beim Gang in dessen Schuhe!!

      Ach ja, es gibt gute Bücher über Mobbing. Solltest du lesen, bevor du kommentierst.

      Viel Glück auf deinem Lebensweg.

      Andeva

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